Es blieb dennoch nicht aus, dass die Gerüchteküche in verschiedenen Ländern angeheizt wurde. Bestimmte Medienvertreter nahm man sich besonders zur Brust. Es waren vor allem Journalisten, denen es darum ging, Licht in die dunklen Gerüchte zu bringen. Sie hatten keine Chance. Man bediente sich bei der Unterdrückung von Informationen Methoden, die ihr Ziel nicht verfehlten.
Die Spezialistengruppe in Sibirien war schockiert, als die erste überschlägliche Berechnung der Energie vorlag, die notwendig war, um die Flugbahn des Kometen zu verändern. Abgesehen davon, dass man sich sehr unsicher war, wie die Bahn am sinnvollsten zu korrigieren war, um den Supergau nicht nur zeitlich hinauszuschieben, hielt man die ganze Sache ohnehin für ziemlich aussichtslos. Alles, was an Raketenpotenzial aller Staaten zusammengerechnet wurde, reichte bei weitem nicht. Erstaunlich war, dass nach Information an die Regierungen schrittweise ganz andere Zahlen kamen. Am Ende war die Sprengkraft aller Raketen zweiundzwanzigmal größer, als man es zuerst angegeben hatte. Ein Dilemma für alle Staaten war, dass man nun auch alle Standorte der Raketenabschussbasen auf den Tisch legen musste, um einen koordinierten Schlag zu konzipieren. Die Wissenschaftler konnten gut nachvollziehen, dass sich manche Staaten plötzlich nackt und ertappt vorkamen. Das konnte trotz der ernsten Lage eine gewisse Schadenfreude nicht unterdrücken.
Man schrieb inzwischen den 15. Mai.