Ja, nun hatte ich per Post mein Horchgerät zugeschickt bekommen. Ich war entsetzt, wie
deutlich man damit wirklich alles aus den Nebenzimmern hören konnte. Mein erstes Interesse
galt natürlich dem jungen Mann im Nebenhaus. Wenn schon die Betonwände sehr hellhörig
waren, mit meinem Lauschgerät war mir bald, als saß ich mit nebenan im Zimmer. Mir gelang
es bald, die Geräusche und Stimmen richtig einzuordnen. Ich hörte ziemlich genau heraus,
was aus dem Fernseher kam. Das war die Masse. Hatte ich es mir doch gedacht. Hendrik zog
sich am Abend Sexfilme oder Pornos rein und onanierte dabei sicher heftig. Ich hörte nun
auch sein Bett quietschen. Ich stutzte. Er brummte wild wie ein Bär, gab ein paar
unartikulierte Laute ab und keine Minute später war auch schon der Fernseher aus.
Offensichtlich legte er solche geilen Filme nur ein, wenn er sich einen runterholen wollte.
Dummer Kerl dachte ich, die ganzen Aktien unter der Hand verjubeln. Warum fragst du mich
nicht mal.
Der Zufall wollte es, dass wir uns am nächsten Tag in der Tiefgarage trafen. Ich machte
gerade ein paar Trockenübungen an meinem Auto. So einen kleinen Flitzer hatte ich
immerhin schon und wartete nur noch auf den Führerschein. Hendrik erschien, schlenderte zu
mir und fragte staunend: "Du hast doch nicht etwa den Lappen schon?"
"Nein", sagte ich, "ich will nur noch einmal alles durchgehen, was ich für die theoretische
Prüfung brauche.