Sie reagierte
sogar und ließ ein dürres Lächeln sehen. Noch einmal stießen sie aus der Ferne miteinander
an, dann nahm Alex sein Glas und schlenderte zum Nebentisch. "Sorgen?" fragte er, "darf
ich?"
Er hatte schon die Lehne des Stuhles im Griff, als sie nickte. Alex versuchte den Beginn einer
Unterhaltung: "Sie sind fremd in der Gegend? Ich habe sie noch nie hier in meiner
Stammkneipe gesehen."
"Schön, wenn man eine Stammkneipe hat", sagte sie schlicht.
Über das Wetter lohnte es sich im November nicht zu reden. Deshalb diente als
Verlegenheitsthema das gute Essen und das Spitzenbier in dieser Lokalität. Unvermittelt
fragte die junge Frau: "Hast du eine Bude? Einen Schlafplatz für eine Nacht?"
Alex schaute tief in ihre traurigen Augen und murmelte: "Kommt ganz darauf an für wen."
"Für ein armes Schwein, das gerade aus dem Knast heraus ist."
Ohne Aufforderung erzählte sie, dass sie eine schwere Körperverletzung an ihrem Vater auf
ihre Kappe genommen hatte, um die Mutter zu schützen. Dafür hatte sie siebzehn Monate
abgesessen. Nun war ihr vor lauter ´Dankbarkeit´ der Zutritt zum Elternhaus verwehrt
worden. Sie wollte die paar Kröten, die sie mit aus dem Knast gebracht hatte, nicht für ein
teueres Pensions- oder Hotelzimmer ausgeben.