Ein paar Minuten ließ es sich mein Freund gern gefallen.
Plötzlich fuhr er auf einen kleinen Parkplatz. Ich erschreckte, weil sein Blick beinahe zornig
war. Er setze den Helm ab. Ich öffnete nur das Visier. Er nahm mich mit beiden Händen an
den Schultern und schüttelte mich durch. "Willst du uns mit deinem Mutwillen an einen
Baum dirigieren", schimpfte er in einem Ton, den ich aber nicht ganz ernst nehmen musste.
Er riss mir förmlich den Helm vom Kopf, küsste mich und verriet, dass er den Schlüssel vom
Wochenendhaus seiner Eltern dabei hatte. Ich brachte kein Wort heraus, küsste nur wild
zurück. Das war ihm sicher Antwort genug.
Auf dem Grundstück seiner Eltern hatte ich eine ganze Weile auf der Hollywoodschaukel zu
sitzen. Als er mich ins Häuschen rief, gingen mir die Augen über. Die Fensterläden waren
geschlossen und es brannten an die zwanzig Kerzen. Hinter dem Haus musste er Mamas
Blumenbeete geplündert haben. Überall lagen Blüten verstreut.
Während wir uns küssten, brachten wir die Kunststücke fertig, uns gegenseitig auszuziehen.
Wie eine wertvolle Statue breitete mich Michael auf der Couch aus. Mir war es richtig
peinlich, wie er alles an mir bewunderte. Er fing an den Ohren an und endete an den Zehen.
Aber nicht nur verbal tat er es. Worüber er gerade redete, liebkoste er mit streichelnden
Fingern, spitzen Lippen oder mit kitzelnder Zungenspitze. Ich zitterte vor Aufregung und
Erwartung.